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Themenbereich Ökologie (José Lutzenberger)

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Bücher

José Lutzenberger: "DAS VERMÄCHTNIS - WIR KÖNNEN DIE NATUR NICHT VERBESSERN“ Retap Verlag, Bonn 2003, 150 Seiten, € 12,90, ISBN 3-931988-10-4.

Vorwort, Einleitung und Ausblick: Siegfried Pater

Wichtige Texte des alternativen Nobelpreisträgers vorgelegt

Bonn (KNA) „Wir gehen davon aus, die wollen ja alle auch nur das, was wir schon haben. Wir können uns gar nicht vorstellen, dass der Indianer im Urwald glücklich ist.“ José Lutzenberger wurde nicht müde, solche und ähnliche Vorurteile zu bekämpfen. Nach seinen Erfahrungen bei Chemie-Firmen setzte er sich unermüdlich für die Umwelt ein. 1988 erhielt er den alternativen Nobelpreis. Von 1990 bis 1992 war er brasilianischer Umweltminister. Am 14. Mai 2002 ist er im Alter von 75 Jahren gestorben. Wichtige Texte von ihm hat der Bonner Journalist Siegfried Pater unter dem Titel „Das Vermächtnis“ zusammengefasst. Das Buch ist ab 17. September im Handel.

In seinem Plädoyer für eine giftfreie Landwirtschaft schrieb Lutzenberger: „Gelingt es uns, die Pflanze vom Boden her zu gesunden, können wir auf Gifte ganz verzichten. Wir benutzen dann statt der teuren und gefährlichen Fungizide und Insektizide nur noch Mittel, die die Pflanze stärken und stimulieren und die für Mensch und Natur völlig harmlos sind. Herbizide kommen sowieso nicht in Frage, wir wollen ja durchgehend lebende Pflanzen auf dem Boden sehen.“ Der Industrie und den Technokraten aus Brüssel warf er vor, den Bauern nur die riskanten Teile der Arbeit zu überlassen - „eigentlich nur das Trak­torfahren, Dünger- und Giftestreuen sowie die Risiken schlechter Ernten, steigender Preise für Betriebsmittel und fallender Preise für die Erzeugnisse“.

Im Beitrag über Ökologie und soziale Gerechtigkeit kritisierte er: „Die globalen Ressourcenvorkommen werden als Banken angesehen, von denen man bedenkenlos Guthaben in Form von verschiedensten Rohstoffen abheben kann. Die ökologischen Kosten dieses Verhaltens werden mit den traditionellen Kostenrechnungssystemen und den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen nicht erfasst.“ An einem Beispiel aus der Massentierhaltung rechnete er vor: „In diese Hühner-KZs geht 20 Mal so viel Nahrung rein als rauskommt. Solange die Kosten für das Kraftfutter niedriger sind als der Preis, den der Mäster für sein Hähnchen erzielt, ist das natürlich ein Geschäft.“

Lutzenberger trat dafür ein, Wissen und Weisheit zusammenzuführen. Es gäbe schon genug Informationen für kluges Handeln. „Ein Mehr an Forschung kann hilfreich sein, wird aber nicht wirklich gebraucht, um uns zu sagen, dass wir nicht sehr viel länger den Kohlendioxydgehalt in unserer Atmosphäre erhöhen, FCKW ausstoßen, Böden vergiften und erodieren lassen, Grundwasser, Luft und Meere verseuchen können.“

Aus Lutzenbergers Sicht habe es keinen Müll und keinen Abfall gegeben, hält Siegfried Pater in der Kurzbiografie des Ökologen fest, in der er auch auf die schwierige Zeit als Minister eingeht. „Papier, Knochen, Gläser, Metalle - das waren für ihn alles gute Dinge am falschen Ort.“

Die rein wirtschaftliche Betrachtungsweise führte Lutzenberger an Beispielen zum Bruttosozialprodukt ad absurdum. Der Indianer im Urwald mit einem Bruttosozialprodukt von 0 wäre demnach „unendlich arm“, obwohl er in seiner intakten Kultur lebt. Seine „wundervolle Mutter“ habe ihm und seinen beiden Schwestern Liebe und Fürsorge entgegengebracht und sei eine großartige Gärtnerin gewesen. Da sie dafür nie Geld bekommen hatte, existierte sie in den Gedankengängen eines modernen Volkswirtes nicht. Hätte sie aber die Kinder vernachlässigt und in einer Napalm-Fabrik gearbeitet, wäre das Bruttosozialprodukt gestiegen. „Die guten Dinge werden gar nicht wahrgenommen und die schlechten werden hervorgehoben, ja sogar belohnt.“

Katholische Nachrichtenagentur 9.9.2003

Vermächtnis


 

José Lutzenberger: "WIR KÖNNEN DIE NATUR NICHT VERBESSERN - REDEN UND AUFSÄTZE DES BRASILIANISCHEN ÖKOLOGEN", Vorwort von Siegfried Pater, EDITION SIEGFRIED PATER, Bonn 1996, 76 S., broschiert (21 x 19), € 12,90, ISBN: 3-931988-01-5.

"Spannend schildert Lutzenberger seinen Lebensweg - welche Irrtümer und Lernprozesse ihn an den Punkt führten, an dem er heute steht." (Publik-Forum)

 

Siegfried Pater: "JOSÉ LUTZENBERGER - DAS GRÜNE GEWISSEN BRASILIENS" LAMUV, Göttingen 1994, 2.Taschenbuchausgabe, 176 S., € 8,90, ISBN: 3-88977-387-7.

"Ein mitreißendes Buch. Es läßt hoffen, daß vielleicht doch noch die Chance besteht, die Welt zu retten."

(Das neue Buch)

 

F. Chaboussou: - "PFLANZENGESUNDHEIT UND IHRE BEEINTRÄCHTIGUNG - KRANKE PFLANZEN DURCH AGRARCHEMIE", Vorwort von José Lutzenberger, C.F. MÜLLER VERLAG; Heidelberg 1996, 154 S., 13,80€, ISBN: 3-7880-9891-0.

"Chaboussou muß in der europäischen Landwirtschaft endlich ernst genommen werden. Es ist nicht zu spät." (J. Lutzenberger)

 

José Lutzenberger / Siegfried Pater / Dorothee Wolters: "DIE SONNE UND IHRE KINDER" (Kinderbuch für 5-8jährige); HORLEMANN Verlag, Bad Honnef 1996, 36 Seiten mit 17 farbigen Zeichnungen, kartoniert, € 10,00, ISBN: 3-89502-050-8.

"Die Verständlichkeit des Textes war eine Grundvoraussetzung des Buches. Statt von Photosynthese zu reden, fragen die Kinder: "Könnten Menschen und Tiere eigentlich ohne Bäume, Sträucher und Blumen leben?" Die Gefährlichkeit von Schädlingsbekämpfungsmitteln wird in einer Geschichte über den fast vergifteten Vogel dargestellt. Die Sonne sagt den Kindern im Traum: ‚Der Qualm der Fabriken und der Waldbrände und die Abgase der Autos machen die Sonnenstrahlen schädlich.' Daher überzeugen die pfiffig geschilderten Kinder die Mutter am anderen Morgen, daß sie nicht jede Kleinigkeit mit dem Auto fährt."

(Katholische Nachrichten-Agentur / KNA)

 

Filme

JOSÉ LUTZENBERGER - EIN ÖKO-RADIKALER ALS UMWELTMINISTER?", von Siegfried Pater u. B. Terpinc, 1991, VHS-Video (Kaufp.: € 52,00, Leihgeb. € 16,00)

"Nach 100 Tagen Amtszeit hat Lutzenberger gegenüber Pater eine Zwischenbilanz gezogen. Dient er der Regierung nur als Alibi, oder kann er in letzter Minute die Ökologische Katastrophe in Brasilien verhindern? Die Reportage gibt hierüber Auskunft. Die Zusage, unter dem konservativen Präsidenten Collor de Mello Umweltminister zu werden, war Lutzenberger nicht leicht gefallen. Als Vater der Umweltbewegung Brasiliens weiß er, wie groß die Wirtschaftsinteressen an der Ausbeutung der Natur sind." (Bonner General-Anzeiger)

 

Themenvorschläge

  • Europa stirbt am Amazonas
  • Giftfreie Landwirtschaft am Beispiel Lutzenbergers Öko-Farm in Brasilien
  • Wir können die Natur nicht verbessern

 

Pressestimmen

Vortrag zur Philosophie José Lutzenbergers: Wir können die Natur nicht verbessern

"Mit Siegfried Pater hatte der Gladbacher Eine Welt - Laden einen ökologisch umfassend gebildeten und beredeten Mitstreiter des 1988 mit dem "Alternativen Nobelpreis" (Right Livelihood Award) ausgezeichneten José Lutzenberger (geb. 1926 in Porto Alegre) engagiert. Lutzenberger hatte bis 1970 als Agrarchemiker für die BASF gearbeitet, warf dann aber dem Konzern die Brocken hin und setzte hinfort Arbeitskraft und Vermögen für die Erhaltung des weitaus größten Regengebietes der Welt ein. Obwohl von mächtigen Wirtschafts- und Politikinteressen häufig bedroht, schien der Umweltkämpfer am Ziel, als Präsident Collor de Mello ihn zum brasilianischen Umweltminister machte. Kaum zwei Jahre später jedoch erfuhr Lutzenberger drastisch, daß er sich zum Feigenblatt des korrupten brasilianischen Establishment hatte machen lassen. Er wurde gefeuert von einem Präsidenten, der sich nur drei Monate danach als einer der größten Ganoven in Brasiliens Geschichte entpuppte." (Rheinische Post)

Lesung im Kindergarten: Die Sonne und ihre Kinder

"´Könnten Menschen und Tiere eigentlich ohne Bäume, Sträucher und Blumen leben?´ fragt der Bonner Buchautor und Filmemacher Siegfried Pater die Jungen und Mädchen in der Kindertagesstätte des Deutschen Bundestages. ‚Nein', schallt es aus vielen kleinen Kehlen. Da mußte auch Rita Süssmuth schmunzeln. Die Frage stammt aus dem neuen Kinderbuch "Die Sonne und ihre Kinder", das die Präsidentin des Deutschen Bundestages gestern in der Kindertagesstätte vorstellte. Die Autoren Siegfried Pater, José Lutzenberger und Dorothee Wolters beschreiben mit diesem Buch die Schönheit des Organismus Erde und zeigen, daß Pflanzen, Tiere und Menschen nur gemeinsam überleben können. Pater machte den Text zu den Illustrationen von Dorothee Wolters. José Lutzenberger ist brasilianischer Umweltminister a.D." (Bonner General-Anzeiger)

 

Lutzenberger - Büro Deutschland

Das Büro von José Lutzenberger in Deutschland...

...will die Kontakte zu Ökologen in Europa, auch nach seinem Tode, ausbauen, seine Ideen und Projekte einer größeren Öffentlichkeit bei uns näherbringen und um Unterstützung seiner Ökologieprojekte in Brasilien werben.

"Der international anerkannte Umweltexperte und ehemalige brasilianische Umweltminister José Lutzenberger hat jetzt auch einen offiziellen Stützpunkt in Bonn. Ziel ist, ein Archiv und später eine Lutzenberger-Stiftung zu gründen". (Bonner General-Anzeiger)

Kontakt: Lutzenberger Büro Deutschland, c/o Siegfried Pater, Postfach 150 106, D - 53040 Bonn, Tel.: 0228/ 23 64 84, Fax: 0228/23 79 67


 


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